Eine Stunde vor oder eine Stunde zurück?

In der Nacht am 30. Oktober 2011 wurde die Zeit von 3:00 auf 2:00 Uhr zurückgestellt. Ab diesem Zeitpunkt befindet sich Deutschland in der Winterzeit.

Die nächste Zeitumstellung von der Winterzeit in die Sommerzeit findet am kommenden Sonntag, den 25. März 2012 um 2:00 Uhr statt.

Die Uhren werden dann um eine Stunde vorgestellt, die Nacht wird also um eine Stunde kürzer.

Warum gibt es eine Sommer- und Winterzeit?
Wann wurde Sie überhaupt eingeführt?

Auto Europe präsentiert Ihnen nachfolgend einen Überblick über die Geschichte der Zeitumstellung in Deutschland.

Bis Ende des 19. Jahrhunderts hatte jeder Ort seine eigene Zeit. Die Zeitorientierung richtete sich nach dem Stand der Sonne und es galt die alte Faustregel “Wenn die Sonne den höchsten Punkt erreicht, dann ist Mittag”. Aus diesem Grund gab es damals sogar Zeitunterschiede innerhalb des deutschsprachigen Raums.

Mit dem Ausbau des europaweiten Eisenbahnnetzes um 1884 hatte man eine Vereinheitlichung der Zeit angestrebt. Als in Washington DC beschlossen wurde, die Welt in 24 Zeitzonen einzuteilen, erhielt Deutschland am 1. April 1893 die Mitteleuropäische Zeit.

Im Jahr 1916 wurde zum ersten Mal im Lande die Mitteleuropäische Sommerzeit gesetzlich eingeführt und bis 1919 wurden die Uhren von Ende März bis Ende September eine Stunde vorgedreht. Zu Beginn der Weimarer Republik wurde diese Zeitregelung jedoch wieder augehoben. Im Laufe der Jahre gab es immer wieder Experimente mit der Zeitumstellung und über ihren Sinn gibt es bis heute Streitigkeiten.

Zum Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde die Sommerzeit aus ökonomischen Gründen wieder eingeführt. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann in Deutschland ein richtiges Chaos:
Drei westliche Besatzungszonen bekamen die Sommerzeit vorgeschrieben. In der sowjetischen Besatzungszone und in Berlin galt die Moskauer Zeit, d. h.  Moskau befand sich zwei Stunden voraus im Vergleich zu Deutschland. Zwischen Ost- und Westdeutschland entstand eine Zeitlücke von zwei Stunden.

Zwischen 1947 und 1949 wurde beschlossen, vom 11. Mai bis zum 29. Juni eine Hochsommerzeit anzuordnen. Während dieser Zeitperiode wurden die Uhren noch einmal eine Stunde vorgestellt. Diese Zeitänderung sollte eine bessere Ausnutzung des Tageslichts mit sich bringen.

In der Zeit von 1950 bis 1979 wurde eine Pause für die Umstellung der Uhren eingeführt.
Nach kontroversen Diskussionen wurde dann im 1980 wieder die Mitteleuropäische Zeit aus politischen und ökonomischen Gründen verordnet. In erster Linie erhoffte man sich damit die Einsparung des Energieverbrauchs. Leider bestätigte sich die Theorie nicht. Laut des Bundesumweltamtes spart man zwar während der Sommerzeit abends elektrisches Licht, aber morgens, besonders in den Monaten März, April, Oktober wird mehr geheizt.

Das Jahr 1996 brachte das Ende in der Geschichte der Sommerzeit. Nach der Vereinheitlichung der Zeitverordnung in der Europäischen Union wurden schließlich sämtliche Sommerzeiten in Europa eingeführt. Seitdem gilt in Deutschland die Sommerzeit bis Ende Oktober, also um einen Monat länger als im Jahre 1980.

Heute gibt es immer noch viele Gegner für die Sommerzeit. Zum einen wurde es bewiesen, dass in den kalten Monaten durch die Heizung mehr Energie verbraucht wird. Zum anderen
bringt dieser Wechsel den natürlichen Rhythmus der Menschen durcheinander.
Besonders die Langschläfer haben in den ersten Tagen nach der Zeitumstellung mit Müdigkeit zu kämpfen. Schließlich kann nicht jeder auf eine Stunde Schlaf verzichten. 🙂

Einen erholsamen Schlaf am Sonntag wünscht

– Ihr Auto Europe Team

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One Response to Eine Stunde vor oder eine Stunde zurück?

  1. Sandra says:

    Ein schöner Abriss der Geschichte der Zeitumstellung, allerdings sind da doch ein paar (teils sprachliche) Unklarheiten: Die letzte Umstellung (auf Normalzeit) erfolgte am 27.10.1918, also im Kaiserreich. Die junge Republik hat dann einfach keine Umstellung mehr vorgenommen, die erste Periode endet somit 1918, nicht 1919. Nach dem Zweiten Weltkrieg war es in der Tat noch viel chaotischer, als es hier dargestellt wird. Keineswegs hatte die SBZ durchgängig die MEHSZ, zudem gab es sie vorübergehend auch in den westlichen Besatzungszonen. In der Bundesrepublik wurde auch keine „Pause eingeführt“, man hat einfach keine Umstellung mehr vorgenommen, von Abschaffung kann man ja ebenfalls bei einem Systemwechsel nicht sprechen (wie schon 1919).

    Das sind alles sozusagen Lappalien bei der Ausdrucksweise. Etwas sehr befremdlich wirkt aber die Behauptung, 1996 habe es ein „Ende in der Geschichte der Sommerzeit“ gefunden. Wieso denn das? Gibt es denn heute keine mehr? Richtig wird gleich anschließend gesagt, es habe eine EU-weite Vereinheitlichung gegeben mit Verlängerung der Sommerzeit und Festlegung des Endes auf Ende Oktober.

    Ein insgesamt schöner Überblick wird mit dem Artikel eröffnet. Leider wirft der Text wegen sprachlicher Ungereimtheiten das ein oder andere Fragezeichen auf, was es nötig macht, einzelne Sätze mehrfach zu lesen.

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