Ohne Gepäck durch Europa

Reisen ohne Gepäck: In 21 Tagen durch Europa

Haben Sie das Osterwochenende genossen? Vielleicht sogar – wie viele andere auch – noch einen Brückentag eingebaut, um mit der Familie ein entspanntes verlängertes Wochenende in Italien, Frankreich oder der Schweiz zu verbringen? Möglicherweise geht es Ihnen jedoch wie mir und steht Ihre nächste Reise erst an Pfingsten oder gar im Sommer auf dem Programm.

Egal, wann Sie zu verreisen planen, sicher ist, dass Sie sich Gedanken machen müssen, was Sie mitnehmen wollen. Pass, Bargeld und Flugtickets sind natürlich das Wichtigste. Dann die Frage: Wie wird das Wetter? Brauche ich Badesachen, Sonnencreme, Handtücher? Oder doch lieber eine dicke Winterjacke und Regenstiefel? Kann ich das dicke Buch noch einpacken, das ich gerade zu lesen angefangen habe? Oder muss das E-Book herhalten? Letzteres könnte allerdings gestohlen werden – also dann doch lieber die gedruckte Version.

Sicherlich kennen Sie all diese Überlegungen. Wenn Sie zudem mit kleinen Kindern reisen, müssen Sie wesentlich mehr Punkte beachten. Wer nämlich auch noch mit Milchfläschchen, Stillkissen und Reisebettchen Rechnung tragen muss, wird die Reiseplanung als knifflige Denk- und Rechenaufgabe empfinden.

Ganz anders gingen die beiden Amerikaner Clara Bensen und Jeff Wilson ihre Europareise an. Die Mittzwanziger lernten sich über ein Online-Dating-Portal kennen. 99% Übereinstimmung fand OkCupid zwischen ihren beiden Profilen. Das fantastische Ergebnis gepaart mit einem starken Gefühl von Zusammengehörigkeit bekräftigte das frisch verliebte Paar in seinem alles andere als gewöhnlichen Vorhaben, ohne Gepäck quer durch Europa zu reisen.

Am Abend vor ihrem Flug setzten sie sich zusammen, um zu definieren, was sie wirklich mitnehmen wollten. Clara entschied sich für Duschgel, Deo und Wechselunterwäsche, die sie in einem kleinen Beutel verstaute und während der ganzen Reise bei sich trug. Eine gute Wahl, denn 21 Tage lang sollte sie das gleiche grüne Kleid tragen. Jeff hatte noch weniger dabei – sein ganzes Hab und Gut fand Platz in seinen Hosentaschen.

Im Interview mit ZEIT Online sagt Clara: “Es ging mir nicht darum, mit meinem neuen Partner zu verreisen, sondern etwas Verrücktes mit einem Menschen zu machen, der mir nah ist – wenn auch erst seit kurzer Zeit. Aber viele meiner Freunde waren geschockt. Ich hatte zuerst Angst, wie es sich mit uns weiterentwickelt. Es hat ja etwas Märchenhaftes: Zwei Menschen, die sich online kennenlernen und dann miteinander abhauen. Aber zum Glück hat Jeff nicht weit entfernt von mir in Texas eine Stelle gefunden und unterrichtet an der Uni. Außerdem arbeitet er an seinem neuen so genannten Dumpsterproject: Ab Januar möchte er ein Jahr in einem Müllcontainer leben, den er gerade ausbaut, und testen, wie viel der Mensch zum Leben wirklich braucht. Ich schreibe an einem Buch über unsere Reise.”

 

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