Japan

Japan: Regeln, Bräuche, Überraschungen

Wohnst du noch oder lebst du schon? Mit diesem Satz wendet sich der schwedische Möbelhersteller Ikea an seine Kunden. Die Ansprache mag etwas irritieren, denn in Deutschland ist das Du nicht ganz so verbreitet wie in nördlicheren Gefilden wie Schweden oder Holland. Zwar wird das Vertrauen schaffende Du immer beliebter – doch vielen Deutschen ist gerade die höfliche Distanz immer noch äußerst wichtig. Wie sieht es denn in anderen Ländern aus? Wie begrüßen wir unser Gegenüber, wenn wir im Urlaub oder auf Geschäftsreise sind? Welche Regeln und ungeschriebenen Gesetze gilt es einzuhalten?

Sprache
Sehr interessant wird es in Japan. Die Insel war lange Zeit nahezu abgeschnitten von äußeren Einflüssen, wodurch sich eigene, einzigartige Sitten und Bräuche bis heute gehalten haben. Schon bei der Anrede tauchen erste Fragezeichen auf. Japanisch ist eine so genannte kontextsensitive Sprache, was bedeutet, dass der Sprecher sich jederzeit der sozialen Situation bewusst ist und in der Lage sein muss, die gesellschaftliche Hierarchie zwischen sich und dem Gesprächspartner einzuschätzen. Dementsprechend kann er sich sprachlich dem Gesprächspartner unterordnen, oder aber das Gegenüber als höherrangig ansprechen. Diese beiden Situationen mögen für uns Deutsche gleichbedeutend sein, verlangen aber einen gekonnten Umgang mit der japanischen Höflichkeitssprache (Keigo). Den feinen Unterschied illustrieren folgende Beispiele: “Nur Sie als Chef können das entscheiden” oder “Ich als Angestellter kann dies keinesfalls entscheiden”.

Geschenke
Wer der japanischen Sprache nicht mächtig ist, sollte auf jeden Fall auf nonverbale Gesten und Gebräuche Acht geben. Die japanische Geschenkkultur ist äußerst komplex und unterliegt zahlreichen Tabus: Wenn Sie unsicher sind, wie Sie sich verhalten sollen, dann vermeiden Sie es, Ihr Präsent in der Gegenwart des Schenkenden auszupacken, um beiden Seiten einen Gesichtsverlust bei Überraschung und Enttäuschung zu ersparen. Ein Geschenk verlangt in der Regel ein Gegengeschenk. Verschenken Sie nie unverhüllt Geld, denn das gilt als unangebracht. Für Geldgeschenke findet man zum Glück in Papeterien spezielle Umschläge. Vermeiden Sie außerdem:

-die Zahl vier – der Wortlaut für “vier” deckt sich mit dem Wortlaut für “Tod”
-weiße Taschentücher – die werden mit Trauer verbunden
-weiße Blumen – gibt es nur für Beerdigungen
-Scheren und Messer bedeuten Trennung
-Gegenstände mit dem kaiserlichen Wappen
-Abbildungen mit Füchsen – diese stehen für Hinterhalt
-gelbe Taschentücher, denn diese bedeuten Verrat

Essen
Mit Stäbchen zu essen, kann für uns Europäer schon eine Herausforderung an sich sein. Wenn dann noch bestimmte Regeln eingehalten werden müssen, wird es richtig knifflig. Stecken Sie die Stäbchen zum Beispiel niemals senkrecht in den Reis. Auch sollen die Speisen nicht von Essstäbchen zu Essstäbchen gereicht werden, denn diese Symbolik wird mit dem Tod in Verbindung gebracht. In Japan wird das Essen oft auf Tellern serviert, von denen sich jeder selbst etwas nimmt. Sind keine zusätzlichen Stäbchen vorhanden, so sollte man seine eigenen umdrehen und die breitere Seite der Stäbchen verwenden. Nach dem Essen legen Sie die Stäbchen parallel zueinander auf den Teller. Optional können Sie sie auch bis auf 2–3 cm in die Hülle zurückstecken, um zu verstehen zu geben, dass Sie bereits benutzt wurden. Lassen Sie sich vom Tischnachbarn nachschenken, wenn Sie mehr Wein wünschen. Haben Sie genug getrunken, lassen Sie einfach einen Rest im Glas. Unterlassen Sie es, sich selbst nachzuschenken – dies könnte falsch interpretiert werden und Ihnen einen üblen Ruf besorgen. Suppe schlürfen ist für Männer erlaubt, Naseputzen dagegen hat am Esstisch nichts verloren.

All diese Hinweise sollen Ihnen keine Angst vor der Reise nach Japan machen. Vielmehr sind sie dazu gedacht, Ihnen die Vielseitigkeit unserer Erde mit ihren verschiedenen Kulturen vor Augen zu führen und Sie zu ermutigen, so viele Länder zu bereisen, wie nur möglich. Wie immer unterstützen wir Sie gerne mit dem passenden Mietwagen. Bei Auto Europe finden Sie ein umfassendes Angebot an Fahrzeugen – vom Mini bis zum Wohnmobil.

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