Flensburg wird entschlackt

Bußgelder und Punkte werden entkoppelt

Wir kennen es alle: Drängler auf der Autobahn, notorische Über-die-rote-Ampel-Fahrer, und natürlich auch Autofahrer, die völlig berauscht vom eigenen Können in der linken Hand ein Handy und in der rechten Hand einen Kaffeebecher haben, während aus dem Mund ein Stück Breze ragt. Nicht selten entstehen dadurch Unfälle. Aber selbst wenn nichts passiert, kann es doch drastische Strafen geben. Allerdings hat kaum jemand noch den vollen Durchblick, wenn es ums Punktesystem geht. Grund genug für Verkehrsminister Peter Ramsauer, bis 2013 ein neues System in Deutschland einzuführen.

Während heutzutage bei einem Stand von 18 Punkten Schluss mit Fahren ist, wird zukünftig schon bei acht Flecken auf der weißen Weste der Führerschein entzogen. Entsprechend wird die Punktevergabe angepasst. Die größte Neuerung ist aber, dass die Erteilung eines Punktes nicht mehr an ein etwaiges Bußgeld gekoppelt ist, sondern sich nach der Verkehrsgefährdung richtet.

Beispiel gefällig? Während Sie heutzutage für die Einfahrt in eine Umweltzone ohne passende Plakette 40 Euro zahlen und einen Punkt bekommen, wird in Zukunft zwar die Geldbuße immer noch fällig, Ihnen wird aber kein Punkt mehr eingetragen. Telefonieren mit Handy am Ohr kostet allerdings immer noch Geld und einen Punkt.

Wo Sie heute bei Beleidigung im Straßenverkehr eine Buße in Höhe eines Monatsgehalts und fünf Punkte kassieren, werden Sie ab 2013 keinen Eintrag mehr in Flensburg sehen.

Die Neustaffelung der Punktevergabe hat allerdings keine Generalamnestie zur Folge. Bereits existierende Punkte werden auf das neue System umgerechnet. Sie werden Ihre Punkte zwar nicht los, müssen aber auch nicht befürchten, plötzlich Ihren Führerschein abgeben zu müssen. Die Möglichkeit eines freiwilligen Aufbauseminars entfällt allerdings ersatzlos.

Außerdem wird die Überliegefrist gestrichen. Haben Sie also ein paar Punkte auf dem Konto liegen und bekommen später welche dazu, bleiben die jeweiligen Fristen unangetastet. Einfach gesagt: Zwei Jahre bleiben zwei Jahre und werden nicht angerechnet.

Sind Sie mit einem Mietwagen unterwegs und bekommen eine Strafe, wird der Vermieter wie gehabt Ihre Daten an die zuständige Polizei weitergeben und Ihnen eine pauschale Bearbeitungsgebühr berechnen. Manche Dinge ändern sich eben nie.

Gute und straffreie Fahrt wünscht Ihnen

– Ihr Auto Europe Team

Dieser Blogeintrag wurde gepostet unter Rund ums Auto. Bookmark setzen.

Comments are closed.